Do you already know …?

Patrick Schwarze

DJ & Head of Booking

since 2013 part of 

Patrick Schwarze

 

Vom Barkeeper zum Booker: Patrick Schwarze ist gelernter Veranstaltungskaufmann, untalentierter Barkeeper, DJ und zuständig für Bookings im Heart und Hearthouse. Manchmal steht er aber auch lieber selbst hinter den Decks … und sorgt mit seinem melodischen Sound, der sich irgendwo zwischen Disco, Soul, Funk und House befindet, für besondere Clubabende.

 

13 F.A.Q.s an Patrick Schwarze

1. Dein Job in 3 Worten?
„Bitte nicht heimschicken!“

2. Was magst Du am liebsten an Deinem Job?
„Er bereichert mich unglaublich. Ich finde es toll, dass ich so viele verschiedene Charaktere kennenlerne. Man darf ja nicht vergessen, DJs sind Künstler und es ist fantastisch, dass ich bei der Betreuung der DJs so hinter die Künstlerfassade blicken kann.“

3. Booker ist ja nicht wirklich ein Ausbildungsberuf. Deshalb mal ganz lieb nachgefragt: Wie bist Du da eigentlich reingeraten? Wie wird man überhaupt Booker?
„Ich bin ein totaler Musik-Fan und da verbringt man in der Freizeit eben seine Zeit damit ständig nach neuem Sound zu suchen, damit zu spielen und vor allem zu sammeln. Dann wollte ich mich als DJ beweisen, habe im HEART tatsächlich als Barkeeper angefangen – talentfrei allerdings, das habe ich dann auch wieder schnell gelassen (lacht) und wurde Resident DJ beim Thursday Night Dance. Ich bin da wie gesagt einfach „reingeraten“. Jetzt bin ich Booker und DJ.“

4. Seit 10 Jahren bist Du DJ. Wie beeinflusst das Dein Booker-Dasein?
„Ohje, sind das echt schon 10 Jahre (lacht)? Mein persönlicher Sound hat sich über diese Zeit ja auch verändert. In der Event-Agentur nach meiner Ausbildung damals ist ein DJ für ein Event ausgefallen und es hieß: „Hey Patrick, mach doch mal!“. Und dann musste ich die Veranstaltung irgendwie rocken, das war ziemlich cool und so habe ich gelernt, was einen guten DJ ausmacht: Er muss flexibel sein, sein Publikum lesen können, sich anpassen und die Leute verrückt machen mit Brüchen und Tempowechseln. Also buche ich vor allem gästeorientiert und nicht nach meinem persönlichen Geschmack. Außerdem sind DJs Künstler, sie genießen mit allen Sinnen und das erfordert natürlich auch Betreuung.“

5. Was ist Dein Sound?
„Es muss melodisch sein. Am liebsten spiele ich House, wechsle aber oft in andere Genres wie Disco, Soul oder Funk und spiele auch manchmal mit Tech-House-Elementen. Musikalisch hat sich in den letzten Jahren natürlich ein sehr breites Spektrum aufgebaut und je nachdem, wo der Abend hinführen soll, passe ich mich an. Man muss seine Tracks aber schon gut kennen, mutig sein und noch das richtige Timing zu finden, um rough und nasty zu spielen, damit die Menge ausflippt, crazy wird.“

6. Dein DJ-Vorbild?
“Motor City Drum Ensemble. Danilo Plessow kam aus dem Nichts und der Dude ist echt cool, kauft alte Vinyls und mixt sie in seinen Sets unter. Richtig cooler Sound!“

7. Welcher Act im Privatklub war am verrücktesten?
„Ganz klar: Breakbot. Der Typ war wie ein Puppenspieler. Man muss sich mal vorstellen, er fängt um halb 2 an aufzulegen, davor gabs ganz normal Warm-Up und der stellt sich hin und nimmt komplett das Tempo raus. Der hat jeden einzelnen Gast wie an einem Faden durch die Nacht gezogen. Die Leute sind ausgerastet, das war richtig krass. Breakbot ist wirklich ein Meister bei Tempowechseln und schafft es jedes Mal den Vibe nicht zu killen, sondern ihn zu pushen. Irre Typ!“

8. Wie bucht man einen DJ?
„Ich achte bei jedem Booking immer besonders auf die B-Note: Wie arbeitet der DJ mit dem Publikum? Was passiert, wenn sein Sound nicht ankommt? Kann er Stimmung machen? Und das sehe ich bei der Recherche ja und mit der Zeit bekommt man auch ein Feeling dafür. A und O beim Auflegen ist einfach, dass der DJ nicht nur technisch versiert ist, sondern vor allem begeistern kann, sich anpasst und dem Publikum sympathisch rüberkommt. Man sieht, wie er Spaß hat, mittanzt und die Stimmung liest – nicht wie ein Buch, sondern eher wie ein Stopp-Schild! Wenn der Sound nicht passt, muss er ihn ändern.“

9. Was ist der DJ-Trend 2018? In welche Richtung geht’s?
„Es geht ganz klar Richtung Lo-Fi. Das ist im Prinzip House, der wie von der Kassette klingt: ein bisschen dumpf und auf alt gemacht. Beste Beispiele dafür sind: Mall Grab, DJ Seinfeld und Frits Wentink. Meine Meinung: Das ist die Alternative zum Techno, weil es melodischer ist durch housige Harmonien, das haben Künstler wie Max Graef und Glenn Astro schon vorher gemacht, ohne dass es Lo-Fi hieß. Auch Oriental und African Vibes sind aktuell. Die sind auch ein erfrischender Superkontrast zum homogenen Techno Beat.“

10. Wen würdest Du unbedingt im Privatklub haben wollen?
„Larry Levan! Er hat in den 70ern begonnen die House-Szene zu etablieren und gilt als Pionier auf diesem Gebiet. Nur leider ist er längst tot und das wird nie passieren. Aber cool wäre es allemal!“

11. Trinken Menschen bei bestimmten Bookings mehr?
„Der DJ muss die Leute abholen. Wenn das Eis erstmal gebrochen es, landet es garantiert in jedem Drink (lacht)! Egal, wer auflegt.“

12. Was macht einen guten DJ aus?
„Die Performance – sie muss wie eine Achterbahnfahrt sein. Wenn der DJ anfängt aufzulegen, muss er den ganzen Abend für Stimmung sorgen. Da muss man schon mal frech sein und seinen Style von Genre zu Genre wechseln, Tempo rausnehmen, wieder schneller werden. Man braucht eben diese Aha-Momente, eine DJ-Performance muss zum Publikum passen, aber irgendwie auch einen roten Faden haben. Wenn man diese Wechsel und das Timing smart hin bekommt, dann kann man das Publikum erst mit auf eine Reise nehmen.“

13. Zu guter Letzt: Bist Du lieber Booker oder DJ?
„Das versuche ich noch herauszufinden. Nur die Kombi aus beidem ist mein Jungbrunnen (lacht)!“