Science Fiction, Comic-artige Zeitungen und Chimpanski

Eine Versteigerung von Chimpanski-Flaschen für Pro Wildlife, Comic-artige Zeichnungen auf Glas, mystische kleine Monsterchen und futuristische Motive auf Leinwand – auf der Vernissage von Philip Grözinger und Heiner Franzen ging es um Freundschaft, Tier- und Artenschutz und Inspiration.

Dass Philip Grözingers Kunst mit der von Heiner Franzen perfekt harmoniert, zeigten die beiden Künstler im Gespräch. Denn die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft. Sie bewundern die Kunst des jeweils anderen und deshalb war es nur eine logische Konsequenz endlich zusammen auszustellen.

Philip Grözinger bringt das auf die Leinwand, was er im Traum erschafft: Vielleicht wirken die Kunstwerke genau deshalb so futuristisch und außergewöhnlich: zum Teil verbildlicht Philip Grözinger bloße Momente, also Stimmungen, die er so festhält, wie er sie in diesem Augenblick empfunden hat. Er hat immer eine konkrete Vorstellung davon, was er ausdrücken möchte, reduziert dabei auf das Wesentliche und empfindet seine kleinen Monster und Figuren selbst nicht als bedrohlich, sondern als Konfrontation einer Vorstellung von einer Welt, die nicht “normal” wirkt.

Die einzelnen Bilder können auch als Serie gesehen werden: Philip Grözinger hat in seinen Bildern so eine Welt erschaffen, die er Bild für Bild – wie bei einer Serie mit jeden neuen Folge – fortsetzt. Manchmal muss er selbst beim Malen lachen, manchmal fühlt sich Philip Grözinger wie ein Blinder, der durch den Flur läuft und versucht zu ertasten, wo er denn sei, manchmal funktioniert der Pinsel nicht so wie der eigne Kopf und manchmal gefällt ihm sein eigenes Kunstwerk erst Jahre später, wenn er es mit einem roten Punkt verändert hat – es so etwas besonderes geworden ist und der eignen Vorstellung, dem malerischen und kreativen Prozess im Kopf, gerecht wird. “Man selbst sieht sich nämlich nicht”, bemerkt Philip Grözinger, “und genau das versuche ich eben zu visualisieren.”

 Heiner Franzen wollte eigentlich Comic-Zeichner werden, er wollte Geschichten erzählen und fand so zuerst zum Film. Doch seine Gedanken führten ihn wieder zurück zur Kunst: er zeichnet in Schwarz auf Glas und lässt über mehrere verschiedene Bilder ein großes Gesamtkunstwerk entstehen. So entstehen einige Sequenzen und Fragmente in seinem Kopf, die er dann zu Papier bringt und die in seiner Vorstellung nur angerissen bleiben. Und wenn all diese Details sich begegnen und in einem Prozess zusammen gesetzt werden, dann ergeben sie auch einen Sinn. Was Heiner Franzen besonderes interessiert ist nicht, was er im Kopf hat, wenn er zeichnet, sondern, was mit dem Betrachter passiert, wenn er seine Werke sieht. Denn Zeichnen ist ein Denkprozess und kein Produkt: Das erkennt man auf seinen Glaswänden ganz genau – hier hat der Gedanke angefangen und dort hat er aufgehört und zwischendrin kamen eben noch ein paar Gedanken dazu, ein immerwährender Prozess eben.

Um das Projekt Pro Wildlife zu unterstützen, haben die beiden Künstler sich vier Flaschen Chimpanski angenommen, und diese mit ihren Zeichnungen und Malereien verschönert. Nach dem Künstlergespräch und der Vernissage wurden diese zu Gunsten des Vereins versteigert.