Es gibt Abende, an denen sich eine Stadt selbst überrascht. Die Vernissage von Noah-Baptiste Hammer (NBH) am 7. Mai in der Bar Graf Rumford war ein solcher Abend, ein dichtes, fast elektrisches Zusammenspiel aus Malerei, Publikum und Atmosphäre, das die Münchner Kunstszene in einer Form versammelte, wie man sie selten so unprätentiös erlebt.
Eine Vernissage in München, die Haltung zeigte
Bereits beim Betreten des Raumes wurde deutlich, dass diese Ausstellung keine Gefälligkeiten suchte. Hammers Gemälde, Acryl auf Leinwand, Holz und vereinzelt auf Medikamenten-Beipackzetteln, konfrontieren den Betrachter mit Gesichtern, die sich überlagern, und Körpern, die sich der Eindeutigkeit entziehen. Was zunächst expressiv wirkt, offenbart bei längerem Verweilen eine erstaunliche Präzision: NBH malt nicht das, was man sieht, sondern das, was hinter dem Sehen liegt.
Besonders eindrücklich gerieten jene Arbeiten, in denen der Künstler bewusst auf medizinischen Beipackzetteln malt. Hier verschränken sich Material und Motiv zu einer fast schmerzhaften Ehrlichkeit über Verletzlichkeit, Identität und Selbstbild, ein Zugang, der das Publikum sichtlich bewegte.
Prominente Gäste aus Kunst, Mode und Kulinarik
Dass diese Vernissage in München weit über den engeren Galerie-Kreis hinaus Resonanz fand, zeigte sich am Publikum. Unter den Gästen waren die Künstler Udo Rein, Norbert Schmitz und Nikias Hofmann, die Modemacher Dung Vu und Huy Vu vom Label Distorted People sowie die Kulinarik-Journalistin Lydia Sorge (bonvivant_munich). Ebenfalls vor Ort: der Designer und Musikproduzent Genji Yoshida sowie der international bekannte DJ und Produzent Tom Novy.
Diese Mischung war kein Zufall, sondern Ausdruck dessen, was Hammers Arbeit auszeichnet: eine Bildsprache, die in unterschiedlichen kreativen Disziplinen ankommt – in der Malerei ebenso wie in Mode, Musik und Lifestyle.
Bereits am Eröffnungsabend wechselten vier Werke den Besitzer, ein bemerkenswertes Ergebnis für eine Vernissage, das die wachsende Sammlernachfrage nach NBHs Position unterstreicht. Die After-Vernissage mit Marsalis aka Omar, Jannik Schaller und Patrick Schwarze verlängerte den Abend in eine Atmosphäre, in der Gespräche über Kunst und feiernde Leichtigkeit selbstverständlich nebeneinander Platz fanden.
Nächste Station: Brüssel, Juni 2026
Mit dem Münchner Erfolg im Rücken richtet sich der Blick bereits nach Westen: Die nächste Vernissage von Noah-Baptiste Hammer findet im Juni 2026 im Europäischen Parlament in Brüssel statt. Ein Schauplatz, der in seiner symbolischen Dimension kaum besser zu einem Künstler passen könnte, der sich konsequent mit Fragen von Identität, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Maske auseinandersetzt.
Wer den Münchner Abend verpasst hat, sollte sich diesen Termin notieren, und in der Zwischenzeit einen Blick auf die aktuellen Arbeiten werfen.
Werke von Noah-Baptiste Hammer entdecken und über kommende Ausstellungen informiert bleiben: galleryhh.de





































